Parodontitis

Parodontitis erhöht das Schlaganfallrisiko!

Diese Erkrankung des Zahnhalteapparates ist besonders weit verbreitet. Etwa zwei Drittel aller erwachsenen Deutschen sind mehr oder weniger stark daran erkrankt. Wissenschaftliche Untersuchungen in den letzten Jahren haben ergeben, dass Menschen mit Parodontitis ein deutlich erhöhtes Risiko haben, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden. Frauen mit Zahnfleischentzündungen bringen öfter untergewichtige Kinder zur Welt als Frauen mit gesundem Zahnfleisch. Zusammenhänge mit weiteren Allgemeinerkrankungen wie z.B. Diabetes werden wissenschaftlich diskutiert.

Bakterielle Infektion

Die Ursache der Parodontitis sind Bakterien, die sich in dem Raum ansammeln, wo Zahn und Zahnfleisch zusammentreffen. Werden diese Bakterien nicht durch regelmäßiges und effektives Zähneputzen entfernt, kommt es zu einer Entzündung des Zahnfleisches. Der entzündete Bereich ist rot, geschwollen und blutet leicht. Wird die bakterielle Schicht nicht beseitigt, verkalkt sie: Zahnstein entsteht.

Zahnstein hat eine raue Oberfläche und bietet dadurch ideale Bedingungen für die weitere Anlagerung von Belägen und die Vermehrung von Bakterien.
Bleibt die Entzündung längere Zeit unbehandelt, wachsen die Beläge in die Tiefe der Zahnfleischtasche und zerstören die Fasern, die die Zähne im Knochen verankern. In der Folge kommt es zum Knochenabbau, der zu Zahnlockerung und Zahnverlust führen kann.

Neue Behandlungsmethoden

Insgesamt haben sich die Möglichkeiten der Behandlung von Zahnfleischentzündungen in den letzten Jahren deutlich verbessert.
Früher wurde bei fortgeschrittener Parodontitis das Zahnfleisch weggeschnitten. So wurden die Zähne scheinbar länger und empfindliche Zahnflächen lagen frei.
Heute gibt es vielfältige Möglichkeiten, das Zahnfleisch zu erhalten oder sogar neues Gewebe zu züchten. Grundlage ist die stufenweise Entfernung von Zahnstein, Belägen und Bakterien aus den Zahnfleischtaschen und die Glättung der Zahnoberflächen, so dass das Gewebe wieder heilen kann.
Bei der Pardontalbehandlung kommen verschiedene Handinstrumente und Ultraschallgeräte sowie spezielle Laser zum Einsatz. In bestimmten Fällen ist eine medikamentöse Unterstützung der mechanischen Behandlung sinnvoll.

Parodontitis verursacht erst in einem sehr späten Stadium Schmerzen. Ist der Schmerz erst da, ist es für viele wenig invasive und damit schonende Behandlungsmethoden schon zu spät.


Warnsignale

Besser ist es, diese Krankheit frühzeitig zu erkennen und behandeln zu lassen.
Lassen Sie sich mindestens zweimal im Jahr zahnärztlich untersuchen und achten Sie zusätzlich auf Warnsignale:

Hinweise auf eine Parodontitis:

Mundgeruch kann sehr viele verschiedene Ursachen haben. Die häufigsten sind unbehandelte Karies und Zahnfleischentzündungen.

Zahnfleischbluten ist ein Zeichen für Entzündungen im Zahnfleisch rund um die Zähne.

Rauchen ist ein besonderer Risikofaktor für das Zahnfleisch. Raucher haben spezifische Bakterien in ihren Zahnfleischtaschen, die sehr aggressiv und schwer zu behandeln sind.

In jedem Fall ist die Krankheit fortschreitend, wenn der Teufelskreis nicht durchbrochen wird.